Abschnittsübersicht

    • Herzlich Willkommen!

      Herzlich willkommen im Kurs „Lernwege mit Portfolioarbeit begleiten – analog, digital oder KI-gestützt“. In diesem Selbstlernkurs erhalten Sie einen Einblick in die Grundlagen sowie Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen für den Einsatz von analogen, digitalen und KI-basierten Portfolios im Unterricht und als Professionalisierungskonzept.

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu dem Video.

      In Zeiten digitaler und KI-gestützter Lernumgebungen gewinnt Portfolioarbeit an weiterer Bedeutung: Sie verbindet pädagogische Reflexion mit digitalen Kompetenzen und unterstützt Lehrkräfte dabei, Lernprozesse sichtbar zu machen, individuell zu fördern und gezielt zu diagnostizieren. Zugleich bietet sie ein wirksames Instrument zur eigenen Professionalisierung – um das eigene Lernen zu strukturieren, Entwicklungsschritte zu reflektieren und sich sowie den Unterricht kontinuierlich weiterzuentwickeln.

      In dem vorliegenden Kurs und seinen Dokumenten wird auf die Verwendung geschlechtergerechter Sprache durch Nutzung von Sonderzeichen verzichtet, um damit dem sog. Genderverbot für öffentliche Einrichtungen in einzelnen Bundesländern gerecht zu werden. Diese Darstellung entspricht nicht notwendigerweise der Auffassung des Kompetenzverbund lernen:digital zur Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache. Die in diesem Kurs verwendete Schreibweise schließt alle Geschlechter mit ein.

    • Lernziele

      Dieses erste Modul soll Ihnen dabei helfen, sich im Kurs und in der Kursstruktur besser zurechtzufinden. Sie erhalten in den nächsten Abschnitten Informationen über die Inhalte und die Technik des Kurses. Im letzten Abschnitt dieses Moduls („Vorwissenscheck") geht es dann auch schon los.

      Wir wünschen Ihnen an dieser Stelle viel Spaß und Erfolg bei der Bearbeitung des Kurses!

    • Kursinhalte

      Der Kurs „Lernwege mit Portfolioarbeit begleiten – analog, digital oder KI-gestützt!“ besteht aus insgesamt fünf Modulen und den dazugehörigen Kapiteln. Dabei startet der eigentliche Kursinhalt bereits hier, im Einführungsmodul mit dem Abschnitt „Kursstart“. Es folgen drei inhaltliche Module (2. bis 4. Modul). Mit dem Modul 5 „Abschluss" endet der Kurs.

    • Kurstechnik

      Nachdem Sie im vorangegangenen Abschnitt bereits inhaltliche Informationen über den Kurs erhalten haben, möchten wir Sie nun mit der Technik des Kurses, also der Benutzeroberfläche und den Elementen der Lernplattform vertraut machen.

      Benutzeroberfläche und Navigation

      Kursaufbau und empfohlene Arbeitsweise

      Der Kurs besteht aus fünf Modulen, die Sie nacheinander bearbeiten können. Jedes Modul ist als Lektion angelegt und enthält mehrere Abschnitte.
      Arbeiten Sie den Kurs am besten in der vorgegebenen Reihenfolge durch, denn die Inhalte und Übungen wurden mit Blick auf die fachliche Logik so strukturiert. Ihre Fortschritte werden automatisch gespeichert. Sie können den Kurs jederzeit unterbrechen und später an derselben Stelle fortsetzen.

      Navigation im Kurs

      Am linken Bildschirmrand finden Sie den Navigationsbereich mit einer Übersicht über alle Module und Abschnitte. Von dort können Sie direkt in ein bestimmtes Modul oder einen bestimmten Abschnitt springen. Sie können auch zurückgehen, um Inhalte nachzulesen oder Aufgaben erneut zu bearbeiten.
      Wenn Sie die Navigation nicht sehen, klicken Sie auf das Menü-Symbol am linken Bildschirmrand, um sie ein- oder auszublenden.

      Fortschrittsbalken

      Am rechten Bildschirmrand finden Sie den Fortschrittsbalken. Er zeigt Ihren aktuellen Bearbeitungsstand der für die Teilnahmebescheinigung relevanten Aufgaben.
      Bearbeiten Sie diese interaktiven Übungen (z. B. H5P-Aufgaben, Reflexionsfragen oder Downloads) bitte direkt im Kursfenster und bestätigen Sie sie als erledigt.
      Wenn Sie den Fortschrittsbalken nicht sehen, klicken Sie auf das Symbol am rechten Bildschirmrand, um ihn ein- oder auszublenden.

      Elemente des Kurses

      Die Inhalte des Kurses bestehen aus Texten sowie folgenden Kurselementen:

      Als Einführung in die verschiedenen Module können Sie jeweils eine Audiodatei abspielen. In dieser wird ein Überblick über das Modul und seine Kernaspekte gegeben.

      Kleinere Exkurse bieten Ihnen zusätzliche Hintergrundinformationen, Tipps zur Ausgestaltung der Portfolioarbeit oder Links zur Vertiefung. 
      Sie erkennen diese Abschnitte an folgendem Symbol: Das Symbol stellt eine Lupe dar.

      Die kleinen Selbsttests sollen Sie dabei unterstützen, Ihre vorhandenen Kompetenzen im jeweiligen Themengebiet realistisch einzuschätzen und Ihren Lernfortschritt sichtbar zu machen. Zudem bilden sie die Grundlage für die Vergabe der Teilnahmebescheinigung. Aufgaben, deren Bearbeitung für die Teilnahmebescheinigung relevant ist, werden zusätzlich mit diesem SymbolDas Bild zeigt einen Stift mit Glühbirne als Symbol für Selbsttests. gekennzeichnet.

      Wie Sie vielleicht schon dem Auftaktvideo zum Kurs entnommen haben, wird Sie während der Bearbeitung des gesamten Kurses unser Kursbegleiter „Paddy Portfolio“ unterstützen. Paddy fasst die wichtigsten Inhalte der einzelnen Module prägnant zusammen, reflektiert Lernerfahrungen und führt in die jeweils nächsten Themenbereiche ein.

      Sie erwerben in diesem Kurs nicht nur Wissen über Portfolioarbeit, sondern auch Sie erhalten auch Raum für eigene Anwendungen und Reflexion. In den Modulen finden Sie Transferübungen, die Sie direkt im Kurs oder nach dem Herunterladen bearbeiten können. Diese finden Sie sowohl in Form von Gesprächsanregungen mit Ihrem Kollegium als auch in Form eines persönlichen Lernportfolios. Ihre Antworten werden selbstverständlich nicht gespeichert und bleiben privat. Nutzen Sie diese Übungen, um das Gelernte zu vertiefen und auf Ihre eigene Unterrichtspraxis zu übertragen. Die Bearbeitung ist freiwillig.

      Vielleicht möchten Sie sich mit der Portfolioarbeit noch etwas näher zu befassen. Deshalb geben wir Ihnen immer wieder Literaturtipps an die Hand; so können Sie die Inhalte der Module nach persönlichem Bedarf weiter vertiefen.

      Durch das Anklicken dieses Symbols Es ist ein Symbol für Barrierefreiheit abgebildet. erhalten Sie barrierefreie Alternativen zu Inhalten, wie beispielsweise Tabellen, Grafiken oder interaktiven Übungen.

    • Teilnahmebescheinigung

      Wenn Sie am nach Abschluss des Kurses eine Teilnahmebescheinigung erhalten möchten, können Sie diese mit der Bearbeitung der interaktiven Aufgaben in unserem Kurs erwerben. 
      Sobald Sie über den Kurs hinweg 75 % der mit diesem Symbol  ausgewiesenen Aufgaben erledigt haben, wird die Teilnahmebescheinigung freigeschaltet.
      Die Quizze und Selbsttests können Sie übrigens so oft, wie Sie wollen, wiederholen!

    • Selbsteinschätzung

      Endlich geht es nun mit dem eigentlichen Kurs los!
      Beschäftigen Sie sich bitte zunächst mit Ihren bisherigen Kompetenzen: Geben Sie auf den folgenden Schiebereglern an, wie sicher Sie sich im Themengebiet des Kurses fühlen (1 = keine Kompetenz, 10 = sehr hohe Kompetenz).
      Die Einschätzung Ihres Kursbegleiters Paddy Portfolio finden Sie dabei nachfolgend mit einem Klick auf „Einschätzung von Paddy".

      Wie hoch schätzen Sie Ihre aktuelle Kompetenz in der Planung und Umsetzung von Portfolioarbeit ein?

      5

      Wie routiniert sind Sie im Umgang mit digitalen oder KI-gestützten Tools?

      5

      Wie gut gelingt es Ihnen aktuell, Lernprozesse Ihrer Schülerinnen und Schüler systematisch zu dokumentieren?

      5

      Wie gut gelingt es Ihnen aktuell, Ihr eigenes berufliches Handeln zu reflektieren?

      5

    • Der Kurs wurde auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt. Daher erhalten Sie hier die Informationen über die von uns verwendeten Literaturquellen und Tools zur Erstellung der einzelnen Module:

      HeyGen Technology Inc. (2025). Generiertes Video [Videodatei]. HeyGen. Abgerufen am 28.11.2025, von https://app.heygen.com

    • Einführungssequenz

       

       

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Audio.

    • Das Portfolio im schulischen Kontext

      Portfolio is "a purposeful collection of student work that exhibits the student’s efforts, progress, and achievements in one or more areas. The collection must include student participation in selecting contents, the criteria for selection, the criteria for judging merit, and evidence of student self-reflection".

      (Paulson, Paulson & Meyer, 1991, S. 60)


      Dem obigen Zitat zufolge wird Portfolio als eine zielgerichtete Sammlung von Arbeiten der Lernenden verstanden, die den Aufwand, die Entwicklung und die Ergebnisse der Lernenden in einem oder mehreren Bereichen zeigt. Die Beteiligung der Lernenden an der Auswahl der Inhalte, die Auswahlkriterien, die Bewertungskriterien und der Nachweis der Selbstreflexion der Lernenden sind demnach zentrale Merkmale eines Portfolios. Portfolioarbeit zielt somit auf eine kooperative Beziehung zwischen den Beteiligten und orientiert sich an den Prinzipien der Kommunikation, Transparenz und Partizipation (Häcker, 2006).

      Mit dem Portfoliokonzept lassen sich Reformbemühungen in verschiedenen Bereichen des Unterrichts verbinden. Sie beziehen sich vor allem auf die Förderung selbstständigen bzw. selbstgesteuerten Lernens und die Strukturierung offenen Unterrichts, aber auch die Etablierung alternativer Formen der Leistungsbeurteilung, eine verstärkte Kompetenzorientierung, die Förderung von Reflexionsfähigkeit sowie eine aus der Gesamtheit dieser Aspekte entstehende neue Lehr-Lern-Kultur (Häcker, 2006). 
      Vorteilhafte Merkmale des Portfolios lassen sich beispielsweise auf den Ebenen der Unterrichtsgestaltung, der Leistungsdiagnostik und der Schulentwicklung beschreiben.

      Das Bild zeigt Textblättern, die symbolisch für Materialien, die beim Erstellen eines Portfolios gesammelt werden.

      Abbildung 1: Portfolio

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

      Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Portfolio ein Konzept zur Dokumentation, Sammlung und Bewertung von Lernprozessen und -ergebnissen sowie zur Selbst- und Fremdreflexion, Kommunikation und Präsentation durch Schülerinnen und Schüler im Unterricht ist. Darüber hinaus dient es der Professionalisierung von Lehrkräften.

      Mit anderen Worten: Ein Portfolio erzählt die Geschichte des Lernens. Dabei werden Lernende von verschiedenen Seiten dabei unterstützt, alles aufzunehmen, was dabei hilft, um diese Geschichte besser erzählen zu können.

      (vgl. Behrens 1997, S. 177)

    • Gesprächsimpulse mit Kolleginnen und Kollegen

      „Tauschen Sie sich doch einmal mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in der Kaffeeküche aus.
      Haben Ihre Kolleginnen und Kollegen bereits Erfahrung mit Portfolioarbeit im Unterricht gemacht?“
      Hinweisbild
    • Selbsttest

    • Portfolio als Konzept für den Unterricht 

      Zentrale Elemente des Portfolio-Konzepts sind die Dokumentation und die Kommunikation über die individuelle Lernentwicklung sowie die Ergebnisse der Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern. Das Portfolio-Konzept stellt im Sinne der Förderung selbstgesteuerten Lernens die Beteiligung der Lernenden in den Vordergrund. Ziele, Inhalte und Bewertungskriterien des Portfolios sowie die Kommunikation über das Portfolio werden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern festgelegt.

      Das Portfolio-Konzept trägt somit zu einem Perspektivwechsel vom lehrerzentrierten hin zum schülerorientierten Unterricht bei. Zentrale Aspekte, die im Sinne einer neuen Lehr- und Lernkultur mit dem Konzept des selbstgesteuerten Lernens verbunden werden, sind die Planung, Durchführung und Kontrolle des eigenen Lernens. Diese werden durch Portfolioarbeit gefördert (Gläser-Zikuda, 2007).

    • Schülerinnen und Schüler reflektieren über ihr Lernen

      Das Portfolio eignet sich in der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern insbesondere als Instrument, um diese zur Reflexion des eigenen Lernprozesses anzuregen. Das Schaffen von Anlässen zur Reflexion des eigenen Lernens ist essenziell (Gläser-Zikuda et al., 2022).

      Die Lernenden werden durch Portfolioarbeit gefördert sich ihren Lernprozess zu vergegenwärtigen und kritisch zu betrachten, um davon ausgehend Schlüsse für ihr weiteres Lernen zu ziehen. Die Fähigkeit, auch die eigene Leistung in Beziehung zu Zielen und Kriterien zu setzen, wird als Selbsteinschätzungsfähigkeit bezeichnet. Sie ist ein Teil der Reflexionskompetenz.

      Geeignete Methoden zur Förderung der Reflexionskompetenz von Schülerinnen und Schülern im Rahmen von Portfolioarbeit im Unterricht sind:

    • Die Adressatinnen und Adressaten von Portfolios

      Der kleinste als Veröffentlichung oder Ausstellung geltende organisatorische Rahmen ist die Betrachtung des Portfolios durch eine weitere Person oder Personengruppe. Je nach vorher festgelegtem Adressaten oder zeitlichem Rahmen können dies zum Beispiel einzelne Mitschülerinnen und Mitschüler, die Lehrperson, die Klassen oder die Eltern sein. Aber auch eine Prüfungskommission oder eine erweiterte Öffentlichkeit, wie Besucherinnen und Besucher eines Schulfestes oder einer Ausstellung an der Schule, können Portfolios ansehen (Wiedenhorn & Engel, 2008).

      Das Diagramm zeigt mehrere Kreise, die verschiedene Stufen der Öffentlichkeit eines Portfolios darstellen.

      Abbildung 2: Mögliche Leserinnen und Leser von Portfolios (Wiedenhorn & Engel, 2008, S. 28)

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

    • Das Portfoliogespräch – ein Praxisbeispiel

      Schülerinnen und Schüler sollen lernen, die Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen und den eigenen Lernprozess und ihre Leistung zu reflektieren. Portfoliogespräche unter Beteiligung des einzelnen Schülers/der einzelnen Schülerin, von Mitschülerinnen und Mitschülern sowie der Eltern und Lehrkräfte bieten einen geeigneten Rahmen, um das Portfolio vorzustellen und über Ziele, Inhalte, Prozesse und Ergebnisse ins Gespräch zu kommen. Das Portfolio ist Ausdruck der Wertschätzung für den Lernprozess und orientiert sich an der individuellen Bezugsnorm und den Stärken einer Schülerin oder eines Schülers. Es kann als eine dialogische Form der Leistungsbewertung verstanden werden.

      An der Anne-Frank-Schule (einer Preisträgerschule des Dt. Schulpreises) gestalten die Schülerinnen und Schüler ihren Lernweg selbst – mithilfe von Portfolios. Das nachfolgende Video bietet einen anregenden Einblick in die Portfolioarbeit im Unterricht der Anne-Frank-Schule und in verschiedene Portfoliogespräche.

      Portfolio- Dialogische Form der Leistungsbeurteilung am Beispiel der Anne-Frank-Schule

      „Wir haben gemerkt, dass wir mit Kompetenzrastern und Noten nicht weiterkommen. Bei der Arbeit mit Portfolios steht die/der Schülerin/Schüler im Mittelpunkt des Lernprozesses und lernt dabei, den eigenen Lernweg selbst zu gestalten."
      (Marcell Fell, Schulleiter, zit. nach Deutsches Schulportal, 2020)
    • Arten von Portfolio

      Portfolios lassen sich in Bezug auf die Kategorien Zweck, Inhalt und Entscheidung einteilen. Diese Kategorien können als Dimensionen dargestellt werden. Je nachdem, auf welcher Kategorie bei der Festlegung des Portfolios der Fokus liegt, kann das Portfolio am Ende unterschiedlich aussehen. Im anglo-amerikanischen Raum werden diese drei Kategorien als „Individual Portfolio“, „Classroom Portfolio“ und „Showcase Portfolio“ bezeichnet. Je nach Art des Portfolios tritt die Verbindung zwischen Prozess und Produkt, die für die Portfolioarbeit essenziell ist, unterschiedlich in den Vordergrund.

      Ein Modell mit drei Ebenen: Zweck, Inhalte und Auswahl. Die Ebenen bewegen sich zwischen Prozess- und Produktorientierung.

      Abbildung 3: Angelehnt an Häcker (2005, S. 133) und Forster & Masters (1996, S. 2–3)

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

    • „Uff… gar nicht so leicht zu erfassen. Aber wenn ich’s richtig verstanden habe, geht’s beim Erstellen von Portfolios um Entscheidungen auf drei Ebenen: Zweck, Inhalt und Entscheidung selbst. Diese bestimmen dann, ob ein Portfolio eher den Lernprozess oder das Lernprodukt in den Mittelpunkt stellt. Ah, okay … das hilft, die vielen verschiedene Portfoliotypen zu sortieren!“
      Hinweisbild
    • Die Vielfalt von Portfolios

      Im Folgenden werden verschiedene Portfoliotypen dargestellt:

      Abbildung 4: Eigene Darstellung in Anlehnung an Brunner et al. (2023, S. 38-39) und Gläser-Zikuda et al. (2020, S. 706).

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

      In der Praxis finden sich die hier vorgestellten Portfoliotypen oft als Mischformen, da sich die unterschiedlichen Intentionen der einzelnen Portfoliotypen zum Teil überlagern. Das ist unabhängig davon, welche Variante eines Portfolios im Unterricht eingesetzt wird. Der Fokus der Portfolioarbeit liegt dabei, wie bereits erwähnt, auf den Bereichen pädagogische Diagnostik, Selbstreflexion, Methodenkompetenz und Selbststeuerung von Lernprozessen (Häcker, 2003; Lissmann, 2001; Schallies, Wellensiek & Lembens, 2000).

    • Gesprächsimpulse mit Kolleginnen und Kollegen

      „Tauschen Sie sich mit Kolleginnen und Kollegen darüber aus, welche Portfoliotypen aus Ihrer Sicht relevant sein könnten. Welche Typen eignen sich besonders gut für den Unterricht in bestimmten Fächern?“
      Hinweisbild
    • Selbsttest

    • Typischer Ablauf von Portfolioarbeit

      Bei der Arbeit mit Portfolios liegt der Fokus auf dem Arbeitsprozess, der je nach Person vier bis zehn Phasen umfassen kann. Die verschiedenen Komponenten können je nach Ziel und Zweck der Arbeit unterschiedlich ausgestaltet werden. Der dargestellte modellhafte Portfolioprozess orientiert sich an der Entstehung von Lernportfolios. Ziel ist es, die Lernenden (Schülerinnen und Schüler oder Studierende oder Lehrkräfte) in ihrem Lernprozess zu unterstützen, sodass sie ihre Lernprodukte am Ende „veröffentlichen“ können. Je nach Portfoliotyp können die verschiedenen Komponenten des Portfolioprozesses unterschiedlich ausgeprägt sein.

      Abbildung 5: Prozesskomponenten der Portfolioarbeit in Anlehnung an Häcker (2011, S. 145)

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

    • Selbsttest

    • Brunner, I., Häcker, T. & Winter, F. (Hrsg.). (2023). Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung. Klett/Kallmeyer.

      Häcker, T. H. (2011). Portfolio: ein Entwicklungsinstrument für selbstbestimmtes Lernen: Eine explorative Studie zur Arbeit mit Portfolios in der Sekundarstufe I. Schneider.

      Schwarz, J., Volkwein, K. & Winter, F. (Hrsg.). (2008). Portfolio im Unterricht. Klett/Kallmeyer.

    • Bäuerlein, K. & Fraefel, U. (2016). Ein Video-Portfolio zur summativen Überprüfung berufspraktischer Kompetenzen. Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung, 34(2), 212–218. https://doi.org/10.25656/01:13944

      Behrens, M. (1997). Das Portfolio zwischen formativer und summativer Bewertung. Beiträge zur Lehrerbildung. 15(2), 176–184. https://doi.org/10.25656/01:13354

      Bräuer, G. (2003). Schreiben als reflexive Praxis: Tagebuch, Arbeitsjournal, Portfolio. Fillibach.

      Bräuer, G. (2006). Reflexive Praxis in der Lehrerausbildung: Portfolio als Grundlage für die Aneignung von Kompetenzen. In A. H. Hilligus & H. D. Rinkens (Hrsg.), Standards und Kompetenzen – neue Qualität in der Lehrerausbildung? Neue Ansätze und Erfahrungen in nationaler und internationaler Perspektive (S. 343–349). LIT.

      Brouër, B. (2014). Selbstbeurteilung in selbstorganisationsoffenen Lernumgebungen: Entwicklung eines Modells der Selbstbeurteilung und evidenzbasierter Impulse für die Förderung der Selbstbeurteilung in der Praxis. Klinkhardt.

      Brunner, I. (2006). So planen Sie Portfolioarbeit: Zehn Fragen, die weiterhelfen. In I. Brunner, T. Häcker & F. Winter (Hrsg.), Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung (S. 89–95). Seelze.

      Brunner, I., Häcker, T. & Winter, F. (Hrsg.). (2023). Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung. Klett/Kallmeyer.

      Deutsches Schulportal. (2020, 6. Februar). Portfolio: Dialogische Form der Leistungsbeurteilung. Deutsches Schulportal. https://deutsches-schulportal.de/konzepte/portfolio-dialogische-form-der-leistungsbeurteilung/

      Eleven Labs Inc. (2025). Generierte Audioaufnahme [Audiodatei]. ElevenLabs, Version V3. Abgerufen am 10.12.2025, von https://elevenlabs.io

      Forster, M. & Masters, G. (1996). Portfolios: Assessment Resource Kit. Australian Council for Educational Research. Abgerufen am 26.11.2025, von https://research.acer.edu.au/cgi/viewcontent.cgi?article=1004&context=ark

      Gläser-Zikuda, M. (2007). Training selbstregulierten Lernens auf der Basis des Portfolio-Ansatzes. In M. Landmann & B. Schmitz (Hrsg.), Selbstregulation erfolgreich fördern: Praxisnahe Trainingsprogramme für effektives Lernen (S.111–130). Kohlhammer.

      Gläser-Zikuda, M. & Hascher, T. (Hrsg.) (2007). Lernprozesse dokumentieren, reflektieren und beurteilen: Lerntagebuch & Portfolio in Bildungsforschung und Bildungspraxis. Klinkhardt.

      Gläser-Zikuda, M., Feder, L. & Hofmann, F. (2020). Portfolioarbeit in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. In C. Cramer, J. König, M. Rohland & S. Blömeke (Hrsg.), Handbuch Lehrerinnen- und Lehrerbildung (S. 706–712). utb. https://doi.org/10.31244/dds.201804.06

      Gläser-Zikuda, M., Hagenauer, G., Hofmann, F. & Wolf, N. (2022). Reflexion in Lehr-Lernprozessen. In M. Harring, C. Rohlfs & M. Gläser-Zikuda (Hrsg.), Handbuch Schulpädagogik (S. 563–575). Waxmann.

      Häcker, T. (2003). Selbstbestimmte Lernverträge als konstitutiver Teil von Portfolioarbeit: Lern-Lehr-Vorhaben jenseits von Belehrung und Angebot. In T. Rihm (Hrsg.), Schulentwicklung durch Lerngruppen: Vom Subjektstandpunkt ausgehen (S. 283–295). Leske + Budrich.

      Häcker, T. (2005). Mit der Portfoliomethode den Unterricht verändern. Pädagogik, 57(3), 13– 18.

      Häcker, T. (2006). Vielfalt der Portfoliobegriffe: Annäherungen an ein schwer fassbares Konzept. In I. Brunner; T. Häcker & F. Winter (Hrsg.), Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung (S. 33–39). Seelze.

      Häcker, T. (2011). Portfolio: ein Entwicklungsinstrument für selbstbestimmtes Lernen: Eine explorative Studie zur Arbeit mit Portfolios in der Sekundarstufe I. Schneider.

      Häcker, T. (2012). Portfolioarbeit im Kontext einer reflektierenden Lehrer/innenbildung. In R. Egger & M. Merkt (Hrsg.), Lernwelt Universität: Entwicklung von Lehrkompetenz in der Hochschullehre (Buchreihe Lernweltforschung, Bd. 9, S. 263–289). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-531-18941-3_15

      Häcker, T. & Winter, F. (2017). Portfolio – nicht um jeden Preis! Bedingungen und Voraussetzungen der Portfolioarbeit in der Lehrerbildung. In I. Brunner, T. Häcker & F. Winter (Hrsg.), Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung (5. Aufl., S. 227–233). Klett/Kallmeyer.

      Häcker, T. & Seemann, J. (2013). Von analogen Portfolios für die Entwicklung von digitalen E-Portfolios lernen. In D. Miller & B. Volk (Hrsg.), E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf (S.73–90). Waxmann.

      Hofmann, F. (2017, 13.–15. März). Selbsteinschätzungen im Rahmen formativer Leistungsmessungen bei Schreibaufgaben im Deutschunterricht [Posterpräsentation]. 5. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung (GEBF), Heidelberg, Deutschland.

      Holtappels, H. G. (2003). Ganztagsschule und Schulöffnung als Rahmen pädagogischer Schulreform. In S. Appel, H. Ludwig, U. Rother & G. Rutz (Hrsg.), Neue Chancen für Bildung (Jahrbuch Ganztagsschule, S. 164–187). Wochenschau-Verlag.https://doi.org/10.25656/01:2059

      Lissmann, U. (2001). Die Schule braucht eine neue Pädagogische Diagnostik: Formen, Bedingungen und Möglichkeiten der Portfoliobeurteilung. Die Deutsche Schule, 93(4), 486–497. https://doi.org/10.25656/01:27588

      Mörth, A. & Elsholz, U. (Hrsg.). (2017). Portfolios in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Handreichung der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen". https://doi.org/10.25656/01:14892

      Mutz, B. & Hoch, A. (2020). Lernplattformen als Tool in der Hochschullehre und im Onboarding Prozess. Haushalt in Bildung & Forschung, 9(4), 111–125. https://doi.org/10.3224/hibifo.v9i4.08

      Paulson, F., Paulson, P. R. & Meyer, C. A. (1991). What makes a portfolio a portfolio? Educational Leadership, 48(5), 60–63.

      Pölzleitner, E. (2006). Reflektieren kann man lernen: Formblätter als Hilfe zur Selbsteinschätzung. In I. Brunner, T. Häcker & F. Winter (Hrsg.), Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung (S. 96–111). Klett/Kallmeyer.

      Schallies, M., Wellensiek, A. & Lembens, A. (2000). Portfolio als Lehr- und Lerninstrument im problemorientierten Unterricht. Ethik und Unterricht, 11(3), 30–34.

      Winter, F. (2004). Leistungsbewertung: Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen (Grundlagen der Schulpädagogik, Bd. 49). Schneider Verlag Hohengehren.

      Wiedenhorn, T. & Engel, A. (2008). Das Portfolio in der Unterrichtspraxis: Präsentations-, Lernweg- und Bewerbungsportfolio. Beltz.

    • Professionalisierung von Lehrkräften

      Das Portfolio kann auch für die Professionalisierung von Lehrkräften eingesetzt werden. Die Qualitätsoffensive Lehrerbildung (QLB) war ein Programm des Bundes und der Länder, dass im Zeitraum von 2015 bis 2023 an zahlreichen lehrerbildenden Hochschulen in Deutschland durchgeführt wurde und die Reform der Lehrkräftebildung in Deutschland zum Ziel hatte. Um einen Einblick in das Programm zu erhalten, sehen Sie sich gerne das folgende kurze Video an:

      QLB-Film "Mehr Kohärenz. Mehr Praxisbezug. Mehr Transfer – Neue Konturen in der Lehrerbildung"

      In den Beiträgen zur Qualitätsoffensive Lehrerbildung (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2020) wird das hohe Innovationspotential der (E-)Portfolioarbeit betont. Das Nutzen eines derartiges Dokumentations- und Reflexionsinstruments über die gesamte Ausbildung hinweg (und darüber hinaus) ermöglicht eine Veränderung der Lehr- und Lernkultur sowie eine gezielte Verzahnung von theoriebezogenen und praxisorientierten Ausbildungselementen. Lernprozessbegleitend eingesetzt unterstützt somit das (E-)Portfolio den Erwerb berufsrelevanter Kompetenzen (Hascher & Sonntagbauer, 2013; Koch-Priewe & Störtländer, 2016; Ziegelbauer & Gläser-Zikuda, 2016).

      Obwohl das Portfolio ein hohes Innovationspotenzial für die Lehrkräftebildung bietet, ist es bislang nicht weit verbreitet. Entsprechend steht die Forschung zum Portfolio sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Bereiche, als auch der unterschiedliche Forschungsperspektiven noch am Anfang (Hofmann et al., 2016). Vor diesem Hintergrund rücken erste Hinweise darauf, unter welchen Bedingungen Portfolioarbeit gelingen kann, besonders in den Fokus:

      • Einbettung der Portfolioarbeit in den größeren Kontext der Lehrerbildung
      • gute Begleitung der Portfolioarbeit, die personelle Ressourcen voraussetzt
      • Beachtung der Bedürfnisse der Studierenden, insbesondere bei der Weiterentwicklung der Portfolioarbeit

      Portfolioarbeit kann demnach nur dann ihr Potenzial entfalten, wenn sie in einen größeren Kontext eingebettet ist, eine gute Begleitung stattfindet und die Bedürfnisse der Lernenden beachtet werden.

    • Portfolioarbeit als Motor lebenslangen Lernens und reflexiver Kompetenzentwicklung

      Portfolioarbeit unterstützt Lehrpersonen nicht nur dabei, eigenes Lernen sichtbar zu machen, sondern eröffnet vor allem die Möglichkeit, relevante Themen des eigenen Professionalisierungsprozesses aktiv zu bearbeiten. Durch die bewusste Verknüpfung von Wissen, Erfahrungen und persönlichen Überzeugungen wird eine Haltung gefördert, die Reflexion als grundlegende und kontinuierliche Konstante im Berufsleben versteht. Dies schafft die Grundlage für lebenslanges Lernen, da Lehrkräfte lernen, ihr eigenes Handeln fortlaufend kritisch zu prüfen und weiterzuentwickeln. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sowohl Lernende als auch Lehrende die Portfolioarbeit als sinnvolles didaktisches Werkzeug akzeptieren.

      Eine nachhaltige reflexive Kompetenzentwicklung durch Portfolioarbeit verlangt, dass die verschiedenen Phasen der Lehrkräftebildung (Studium, Referendariat und berufliche Weiterbildung) sowohl inhaltlich, als auch organisatorisch aufeinander abgestimmt sind. Kohärenz entsteht dabei sowohl horizontal, wenn schulische Erfahrungen mit theoretischem Wissen aus den drei Professionsbereichen verbunden werden, als auch vertikal, wenn in späteren Phasen auf zuvor erworbene Kenntnisse und dokumentierte Reflexionen im (digitalen) Portfolio zurückgegriffen wird.

    • Rahmenbedingungen für Portfolioarbeit auf allen Ebenen

      Damit Portfolioarbeit langfristig reflexive Kompetenzentwicklung unterstützen und sich in der Lehrkräftebildung etablieren kann, bedarf es klarer Rahmenbedingungen auf allen Ebenen der Lehrkräftebildung.
      Im Fokus steht die Kooperation der verschiedenen Ebenen der Lehrkräftebildung. Der Austausch zwischen den Akteuren der verschiedenen Ebenen betont die Bedeutung von Portfolioarbeit zur Kohärenzbildung in der Lehrkräftebildung. 

      Vier Bereiche der Lehrkräftebildung, die kooperieren, um eine phasenübergreifende reflexive Kompetenzeentwicklung zu fördern.

      Abbildung 6: Bedingungen zur Verstetigung einer phasenübergreifenden reflexiven Kompetenzentwicklung (Busse & Bosse, 2020, S. 61)

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

    • Reflexivität und Professionalisierung

      Für die Professionalisierung von Lehrkräften wird dem Portfolio das Potenzial zugeschrieben, die Reflexivität der angehenden Lehrkräfte im Verlauf ihrer Berufsbiografie zu steigern. Die Förderung der Reflexivität steht jedoch in einem Spannungsfeld mit der Leistungsbeurteilung (Artmann & Herzmann, 2016; Herzmann & König, 2016). Dieses Spannungsfeld entsteht dadurch, dass das Portfolio beide Funktionen zugleich erfüllen soll. Am naheliegendsten ist es daher, die beiden Funktionen voneinander zu trennen, insbesondere, wenn das Ziel der Portfolioarbeit in der Förderung der Reflexivität besteht.

      In der Lehrkräftebildung ist es Konsens, dass die Fähigkeit und Bereitschaft zur Reflexion für die Bewältigung aktueller Herausforderungen und für den fortlaufenden Professionalisierungsprozess von Lehrkräften wesentlich sind und diese deshalb zentrale Elemente professioneller Kompetenz sein sollten. Die Bedeutung der Fähigkeit und Bereitschaft zur Reflexion wird aus der Perspektive verschiedener Professionalisierungsansätze unterschiedlich begründet:

       

    • Selbsttest

    • „Wenn ich das richtig verstehe, ist Reflexivität der eigentliche Motor im Lehrkräfteberuf. Sie hilft, mit all den sehr anspruchsvollen Anforderungen klarzukommen und sich Schritt für Schritt beruflich weiterzuentwickeln. Genau darum lohnt sich jede Minute, die man ins Nachdenken über das eigene Handeln steckt!“
      Hinweisbild
    • Erstes Best-Practice-Beispiel in der Lehrkräfteprofessionalisierung

      Als Best-Practice-Beispiel für die Portfolioarbeit in der Lehrkräftebildung soll hier das Tübinger Lehrkräfte-Portfolio vorgestellt werden. Die Grundidee des Tübinger Lehrkräfteportfolios besteht in der Vernetzung der einzelnen Ausbildungsbestandteile in der Lehrkräftebildung. Zentrales Ziel ist es, die Reflexion einzelner Ausbildungsabschnitte mithilfe von Portfolioarbeit in die Lehrkräftebildung zu integrieren. Die Tübinger School of Education (TüSE) und das Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasium) Tübingen haben dafür drei zentrale Zielsetzungen für die Tübinger Portfolioarbeit festgelegt (Feder et al., 2017):

      1. Das Portfolio dient als Anlass zur kontinuierlichen Reflexion der eigenen professionellen Entwicklung in der ersten (Studium) und zweiten (Referendariat) Phase der Lehrkräftebildung und fördert dabei selbstgesteuerten Kompetenzerwerb.
      2. Das Portfolio fördert die Verbindung der Ausbildungsanteile an den beteiligten Institutionen, gibt Orientierung in der komplexen Ausbildungsstruktur und fördert Schritt für Schritt den Aufbau von Kompetenzen sowie die Reflexivität.
      3. Das Portfolio dient als fundierte Gesprächsgrundlage für die gemeinsame Reflexion ausgewählter Elemente des Wissens- und Kompetenzerwerbs sowie der professionellen Überzeugungen zwischen den angehenden Lehrkräften einerseits und den an der Ausbildung beteiligten Personen an der Universität, dem Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung sowie der Schule andererseits.

      Um die Zielsetzung des Tübinger Lehrkräfteportfolios zu erreichen, wird regelmäßig auf die drei oben genannten Professionalisierungsansätze Bezug genommen. Diese Professionalisierungsansätze werden mit der Arbeit am Portfolio verknüpft:

      1. Dokumentation der berufsbiografischen Entwicklung und des eigenen Standes der Kompetenzentwicklung,
      2. Reflexion der Praxisphasen und
      3. Fallarbeit und forschendes Lernen zur Förderung von Reflexivität.

      Neben der Arbeit mit den drei Professionalisierungsansätzen werden für die Verknüpfungen von theoretischem Wissen und praktischem Handeln drei Reflexionsfelder als Grundlage für die Portfolioarbeit herangezogen (Bade & Kandzora, 2016, S. 14–16):

      Die Arbeit mit Professionalisierungsansätzen und Reflexionsfeldern ist ein durchlaufendes Prinzip der Tübinger Lehrkräftebildung, das durch die Struktur des Portfolios explizit aufgegriffen wird. In der Portfolioarbeit wird das Prinzip an folgenden Ausbildungsbestandteilen realisiert:

    • Selbsttest

    • Zweites Best-Practice-Beispiel in der Lehrkräfteprofessionalisierung

      Das sogenannte Professional Development Portfolio dient der Identifizierung von Entwicklungspotenzialen in individuellen Problembereichen der beruflichen Praxis. Entsprechende Entwicklungsziele werden festgehalten, um Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen aus- und weiterzubilden. Der Einsatz des Professional Development Portfolios verfolgt das Ziel, den eigenen Entwicklungsprozess als Lehrkraft zu reflektieren. Im Vordergrund steht hierbei der Selbstbezug, d.h. Lernende verwenden z. B. eigene Handlungen als Gegenstand der Reflexion, um im Sinne eines Optimierungsprozesses darüber zu reflektieren (Fütterer, 2017). Es eignet sich insbesondere für die Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften.

      Die Reflexion im Professional Development Portfolio umfasst zwei grundlegende Phasen:

      1. Phase des Zweifelns
      2. Phase des Suchens und Forschens, um die Zweifel aufzulösen

      In diesem Sinne beginnt Reflexion mit dem Willen, einen unsicheren oder schwierigen Zustand durch aktive Informationssuche zu überwinden.

      Bei Professional Development Portfolios liegt der Fokus auf der Förderung und begleitenden Unterstützung von selbstregulierten Lernprozessen. Daraus lässt sich die prozessuale Struktur als Basis der Portfolioarbeit ableiten. Das Professional Development Portfolio unterstützt somit die Entwicklung selbstregulativer Fähigkeiten in individuellen Handlungen im beruflichen Alltag von Lehrkräften. Die Umsetzung der prozessualen Struktur erfolgt dabei in drei Phasen:

      Die drei Phasen weisen einen zyklischen Charakter auf und beinhalten ein Wechselspiel aus reaktiven und proaktiven Phasen. Das Professional Development Portfolio bietet die Möglichkeit, diese Prozesse zusammenlaufen zu lassen, zu organisieren und festzuhalten.

    • Exkurs: Portfolio im Kontext von Schülerinnenbildung vs. Lehrkräftebildung


      Unterschiede in der Anwendung: Schülerinnen- und Schülerbildung vs. Lehrkräftebildung

      Wie dargelegt, lässt sich Portfolioarbeit sowohl in der Lehrkräfte-Professionalisierung, als auch im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern gewinnbringend einsetzen. Dennoch unterscheiden sich Zielsetzungen, Funktionen und Herausforderungen deutlich. Der folgende Exkurs beleuchtet diese Unterschiede und zeigt, welche Bedeutung das Portfolio in beiden Bereichen einnehmen kann.

       

       

      Portfolios in der Schülerinnen- und Schülerbildung

      Portfolios in der Lehrkräftebildung

      Zielsetzung

      Unterstützung individueller Lernprozesse, Förderung von Reflexion und Eigenverantwortung sowie Dokumentation von Kompetenzen und Lernwegen

      Reflexion der eigenen Unterrichtspraxis, kontinuierliche Weiterentwicklung professioneller Kompetenzen und Nachweis von Qualifikationen

      Fokus

      Sichtbarmachen von Lernfortschritten, Förderung der Metakognition, Kooperation mit Mitschülerinnen und Mitschülern, Nutzung von Feedbackschleifen

      Dokumentation von Unterrichtsentwürfen, Reflexion über Lernerfolge und -probleme sowie Sammeln von Fortbildungsnachweisen

      Didaktische Funktion

      Förderung von Selbstregulierung und individuelles Lerninstrument, Diagnoseinstrument, formative Leistungsbewertung

      Als Instrument der Professionalisierung und Selbstregulierung sowie Grundlage für Feedback im Kollegium oder durch Mentorinnen und Mentoren

      Herausforderung

      Motivation und Lernkompetenz der Schülerinnen und Schüler, technische Ausstattung, Datenschutz

      Gefahr der Überfrachtung (das Portfolio wird als zusätzliche „Bürokratie“ empfunden), Abgrenzung zwischen persönlicher Reflexion und institutionellen Kontrollinteressen

      Tabelle 1: Schülerinnen- und Schülerbildung vs. Lehrkräftebildung

      Portfolios, die in der Lehrkräftebildung genutzt werden, vereinen häufig Merkmale verschiedener Portfoliotypen (siehe Modul 2a). Einen hohen Stellenwert hat dabei das Professional Development Portfolio, da es die persönliche und berufliche Weiterentwicklung fördert. Vorteilhaft ist zudem eine Kombination aus Entwicklungs- und Beurteilungsportfolio, da Lehramtsstudierende und (angehende) Lehrkräfte dadurch lernen, ihre eigene Arbeit und die anderer kritisch zu bewerten und berufsrelevante Überzeugungen in kontinuierlichen Reflexionsprozessen zu überprüfen, anzupassen und themenbezogen weiterzuentwickeln. Lehrkräfte werden so zu Selbst- und Fremdevaluation angeregt.

    • Mein Arbeitsportfolio – Teil 1 (Grundlagen)


      In diesem Kurs möchten wir Sie dazu anregen, ein eigenes Arbeitsportfolio zur Portfolioarbeit zu führen. Es begleitet Sie durch den gesamten Kurs und unterstützt Sie dabei, Ihre Erkenntnisse, Erfahrungen und Ideen festzuhalten.
      Für diesen ersten Teil können Sie sich ca. 10 Minuten Zeit zu nehmen, um Ihren persönlichen Ausgangspunkt sichtbar zu machen. Sie können ganz kurz, stichpunktartig oder in wenigen Sätzen antworten. Bitte fühlen Sie sich frei, nur die Fragen zu beantworten, die für Sie gerade relevant sind. Ihre Einträge bleiben privat und werden nicht gespeichert.
      Sie können Ihr Portfolio direkt hier im Kursfenster bearbeiten und am Ende als Word-Datei herunterladen. Nutzen Sie diese Übung, um das Gelernte auf Ihre eigene Unterrichtspraxis zu beziehen und Ihren Lernprozess bewusster wahrzunehmen. 

      Herzlichen Glückwunsch! Sie haben die erste Selbstreflexion zur Portfolioarbeit abgeschlossen. Damit haben Sie den Grundstein für Ihr persönliches Lernportfolio gelegt, das Sie in den nächsten Modulen um digitale und KI-gestützte Ansätze erweitern werden. 
      Exportieren Sie nun Ihre Einträge als Word-Datei und speichern Sie sie lokal. 

    • Brunner, I., Häcker, T. & Winter, F. (Hrsg.). (2023). Das Handbuch Portfolioarbeit: Konzepte, Anregungen, Erfahrungen aus Schule und Lehrerbildung. Klett/Kallmeyer. 

      Henning, C. & Kricke, M. (2025). Portfoliodidaktik: Praktische Anregungen, Übungen und Beispiele für die personalisierte Professionalisierung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Raabe. 

    • Artmann, M. & Herzmann, P. (2016). Portfolioarbeit im Urteil der Studierenden – Ergebnisse einer Interviewstudie zur LehrerInnenbildung im Kölner Modellkolleg. In S. Ziegelbauer & M. Gläser-Zikuda (Hrsg.), Portfolio als Innovation in Schule, Hochschule und LehrerInnenbildung (S. 131–146). Klinkhardt.

      Bade, P. & Kandzora, G. (2016). Das Portfolio im Vorbereitungsdienst: Hamburger Modell. Handreichung für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst (9. Aufl.). Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg.

      Baumert, J. & Kunter, M. (2006). Stichwort: Professionelle Kompetenz von Lehrkräften. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 9(4), 469–520.

      Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2019, 18. November). QLB-Film ‚Mehr Kohärenz. Mehr Praxisbezug. Mehr Transfer – Neue Konturen in der Lehrerbildung‘. https://www.qualitaetsoffensive-lehrerbildung.de/lehrerbildung/shareddocs/meldungen/aktuelles/Artikel/qlb-film-mehr-kohaerenz-mehr-praxisbezug-mehr-transfer.html

      Bundesministerium für Bildung und Forschung. (2020). Profilbildung im Lehramtsstudium – Beiträge der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung" zur individuellen Orientierung, curricularen Entwicklung und institutionellen Verankerung. Druck- und Verlagshaus Zarbock.

      Busse, A. & Bosse, D. (2020). Reflexive Kompetenzentwicklung mit ePortfolio im Professionalisierungsprozess angehender Lehrpersonen. In Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Profilbildung im Lehramtsstudium – Beiträge der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung" zur individuellen Orientierung, curricularen Entwicklung und institutionellen Verankerung (S. 54–65). Druck- und Verlagshaus Zarbock.

      Feder, L., Cramer, C. & Krämer, H. (2017). Tübinger Portfolio Lehrer*innenbildung: Konzeption. Abgerufen am 27.11.2025 von http://www.uni-tuebingen.de/de/93381.

      Fütterer, T. (2017). Professional Development Portfolios im Vorbereitungsdienst: Die Wirksamkeit von Lernumgebungen auf die Qualität der Portfolioarbeit. Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-658-24064-6

      Hascher, T. & Sonntagbauer, C. (2013). Portfolios in der Lehrer/innenbildung: Bilanz, Rahmung und Ausblick. In B. Koch-Priewe, T. Leonhard, A. Pineker & J. C. Störtländer (Hrsg.), Portfolio in der LehrerInnenbildung: Konzepte und empirische Befunde (S. 287–298). Klinkhardt.

      Helsper, W. (2014). Lehrerprofessionalität – der strukturtheoretische Professionsansatz zum Lehrberuf. In E. Terhart, H. Bennewitz & M. Rothland (Hrsg.), Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf (2. Aufl., S. 216–240). Waxmann.

      Herzmann, P. & König, J. (2016). Lehrerberuf und Lehrerbildung. Klinkhardt.

      Hofmann, F., Wolf, N., Klaß, S., Grassmé, I. & Gläser-Zikuda, M. (2016). Portfolios in der Lehrerinnenbildung: Ein aktueller Überblick zur empirischen Befundlage. In M. Boos, A. Krämer & M. Kricke (Hrsg.), Portfolioarbeit phasenübergreifend gestalten: Konzepte, Ideen und Anregungen aus der LehrerInnenbildung (S. 23–39). Waxmann.

      Keller-Schneider, M. & Hericks, U. (2014). Forschungen zum Berufseinstieg: Übergang von der Ausbildung in den Beruf. In E. Terhart, H. Bennewitz & M. Rothland (Hrsg.), Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf (2. Aufl., S. 386–407). Waxmann.

      Koch-Priewe, B. (2013). Das Portfolio in der LehrerInnenbildung: Verbreitung, Zielsetzungen, Empirie, theoretische Fundierungen. In B. Koch-Priewe, T. Leonhard, A. Pineker & J. C. Störtländer (Hrsg.), Portfolio in der LehrerInnenbildung: Konzepte und empirische Befunde (S. 41–73). Klinkhardt.

      Koch-Priewe, B. & Störtländer, J. C. (2016). Portfolio in Schule und LehrerInnenbildung – Zur Einschätzung neuerer Entwicklungen. In S. Ziegelbauer & M. Gläser-Zikuda (Hrsg.), Portfolio als Innovation in Schule, Hochschule und Lehrerinnenbildung: Perspektiven aus Praxis, Forschung und Lehre (S. 265–279). Klinkhardt.

      Leonhard, T. (2016). Reflexion im Portfolio. In S. Ziegebauer & M. Gläser-Zikuda (Hrsg.), Das Portfolio als Innovation in Schule, Hochschule und LehrerInnenbildung: Perspektiven aus Sicht von Praxis, Forschung und Lehre (S. 45–58). Klinkhardt. 

      Ziegelbauer, S. & Gläser-Zikuda, M. (Hrsg.). (2016). Portfolio als pädagogisch-didaktische Innovation in Schule, Lehrerbildung und Hochschuldidaktik. Klinkhardt.

    • Einführungssequenz

       

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Audio.

    • „Wow, ich habe jetzt schon richtig viel über Portfolioarbeit gelernt! Besonders spannend finde ich, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. In den Schulen passiert ja gerade so viel in Sachen Digitalisierung …. da frage ich mich: Wie funktioniert das eigentlich mit digitalen Portfolios? Sind die ganz anders als papierbasierte Portfolios?“
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    • Vom papierbasierten zum digitalen Portfolio

      Die fortschreitende Digitalisierung stellt die gesamte Gesellschaft und damit auch Schulen vor Transformationsprozesse, die über die bloße Einführung neuer Technologien hinausreichen. Etablierte Strukturen, Routinen und Überzeugungen müssen hinterfragt und weiterentwickelt werden.

      Vor diesem Hintergrund gewinnt die Erweiterung papierbasierter Portfolios um digitale Komponenten zunehmend an Bedeutung. Die Lern- und Arbeitswelt verändert sich durch die Digitalisierung grundlegend und stetig. Selbstlernphasen rücken stärker in den Fokus, digitale Medien prägen sowohl private als auch institutionelle Bildungsprozesse, und die Erwartungen an flexible, multimediale und zielgruppengerechte Lernangebote steigen.

      Mit digitalen Portfolios kann auf diese Veränderungen reagiert werden, da sie vielfältige Formen des Lernens, der Reflexion, der Leistungsdarstellung, des Austausches und der Rückmeldung ermöglichen.

      Digitale bzw. E-Portfolios sind persönlich gestaltete digitale Lernumgebungen, in denen Lernende selbst ausgewählte digitale Artefakte sammeln, strukturieren und zumeist veröffentlichen (Gläser-Zikuda, 2015). Sie fungieren  als digitale Sammelmappe und zugleich als Reflexionsinstrument, da die Auswahl und Anordnung der Inhalte eine bewusste Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernprozess, den Ergebnissen und der persönlichen Entwicklung erfordert. Durch diese Dokumentation vermitteln digitale Portfolios einen Einblick in die verschiedenen Kompetenzen der Lernenden. 

      Ein E-Portfolio ist nach Baumgartner (2012) eine Art elektronischer Behälter, in dem bestimmte Elemente gesammelt werden, also „durch menschliche und technische Einwirkung entstandene [...] Produkt[e] oder Phänomen[e]“ (Baumgartner, 2012, S. 7). Die gesammelten Elemente werden als Artefakte bezeichnet und sind meistens Arbeitsergebnisse, Handlungsprodukte oder Werke, die verschiedene Formen und Dateiformate (z. B. Dokumente, Bilder, Tabellen, Audio usw.) aufweisen können.

       

      Abbildung 1: Artefakte im E-Portfolio (eigene Darstellung vgl. Redeker, Zarebski & Ludescher, 2023, S. 2)

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

      Die Möglichkeit der Online-Veröffentlichung eröffnet sowohl Raum für paralleles Feedback und unterstützt die Präsentation von Leistungen jedoch auch Kompetenzen. Digitale Medien wie Tablets, Smartphones und deren allgegenwärtige Nutzung erweitern diese Funktionen zusätzlich und machen digitale Portfolios zu einem zeitgemäßen Werkzeug der Lernbegleitung, Reflexion und Kompetenzdarstellung.

      Digitale Portfolios erweitern die Lerndokumentation und -reflexion um vielfältige, multimediale Möglichkeiten. Sie ermöglichen den flexiblen, orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf den Lernprozess und die Lernprodukte. Sie fördern durch digitales Feedback- und Kommentarfunktionen den Austausch zwischen Lernenden, Lehrkräften und Eltern. So entstehen kollaborative Lernprozesse, die Selbststeuerung, Reflexion und Kommunikation stärken. Zudem können digitale Portfolios Lernende über verschiedene Bildungsphasen hinweg und lebenslang begleiten. Darüber hinaus werden Kompetenzen erworben, um digitale Medien aktiv und kreativ einsetzen zu können. Lehrkräfte nutzen digitale Portfolios zur professionellen Weiterentwicklung und Reflexion ihrer eigenen Praxis (Elsholz & Rohs, 2014).

    • Selbsttest

    • „Also, die Ziele bleiben ja im Grunde gleich … aber digitale Portfolios erweitern die papierbasierten Portfolios, richtig? Mehr Flexibilität, mehr Austausch, mehr Raum für Reflexion – und das alles mit neuen Chancen für individuelles, gemeinsames und lebenslanges Lernen. Klingt super! Aber ich frage mich: Gibt’s da auch Schattenseiten? Welche Herausforderungen könnten beim digitalen Arbeiten mit Portfolios auftreten?“
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    • Herausforderungen von digitalen Portfolios

    • Selbsttest

    • „Okay, also da gibt’s echt einiges, was ich im Hinterkopf behalten sollte – Selbst-Ökonomisierung, Kontrollpotenzial und Technikfixierung… das merke ich mir! Aber jetzt bin ich richtig neugierig: Wenn ich ein digitales Portfolio für meinen Unterricht planen will, welche Tools kann ich denn dafür eigentlich nutzen?“
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    • Auf der Abbildung ist ein Screenshot des Dashboards der Plattform Mahara zu sehen.

      Mahara ist ein webbasiertes E-Portfolio-System, das die Dokumentation, Reflexion und Präsentation von Lernprozessen ermöglicht. Es kombiniert Funktionen eines persönlichen Lernraums mit Elementen sozialer Netzwerke und unterstützt dadurch individuelles wie kollaboratives Lernen. In digitalen Portfolios können Lernende Nachweise ihres Lernwegs sammeln, strukturieren und gezielt teilen.

      Neben der Portfoliofunktion bietet Mahara zusätzliche Werkzeuge wie Blogs, einen Lebenslauf-Generator und Schnittstellen zur Integration mit anderen Plattformen. Im Zusammenspiel mit bestehenden Lernmanagementsystemen (z. B. Moodle) ergänzt Mahara die formalen, kursbasierten Lernumgebungen um eine persönliche, reflektierende Komponente.

      Aktuell (seit 2023) sind neue Versionen der Software nur noch über ein kostenpflichtiges Abonnement erhältlich; der Quellcode steht seither nicht mehr öffentlich zum Download bereit.

      Mahara

      Das Bild zeigt drei Screenshots der App Metapholio. Auf den Bildern sind verschiedene Ansichten der App zu sehen.

      Das von Petko, Schmid, Müller und Hielscher (2019) wissenschaftlich entwickelte Metapholio unterstützt das Festhalten, Reflektieren und den Austausch von Lernmomenten und Erfahrungen.  Metapholio wurde vor allem für die Praxisphasen im Lehramtsstudium entwickelt, es kann jedoch auch in anderen Settings eingesetzt werden. Fotos, Notizen, Videos oder Sprachaufnahmen können direkt in der App gespeichert und mit Kommentaren ergänzt werden. Mithilfe von Reflexionsfragen, Erwartungskatalogen und Indikatoren wird eine gezielte Analyse und Weiterentwicklung ermöglicht. Der Austausch mit Peers oder Lehrpersonen wird gefördert, indem gemeinsame Lernmomente festgehalten werden. So entsteht ein digitales Portfolio.

      Eine kostenlose Testvariante erlaubt es, Metapholio in einer kleinen Gruppe kennenzulernen. Für Institutionen mit größeren Gruppen (ab 10 Personen) und erweiterten Funktionen, etwa eigenen Reflexionskriterien, steht ein kostenpflichtiges Probejahr mit Administrationsrechten und sicherem Datenhosting in der Schweiz zur Verfügung. Alle erstellten Daten bleiben jederzeit vertraulich, werden ausschließlich auf Schweizer Servern gespeichert und sind nur für freigegebene Personen einsehbar.

      Metapholio

      Das Bild zeigt Screenshots der App FutureBOX. Zu sehen sind verschiedene Ansichten der Benutzeroberfläche.

      Die FutureBOx ist ein webbasiertes E-Portfolio-System zur Gestaltung und Begleitung von Bildungsprozessen in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen von der Allgemeinbildung über die Berufsbildung bis hin zur Hochschulbildung. Entwickelt wurde sie am Institut für Technik und Bildung der Universität Bremen. Ursprünglich für die Berufliche Orientierung an allgemeinbildenden Schulen konzipiert, wird die FutureBOx heute als vielseitige und anpassbare E-Portfolio-Software in unterschiedlichen Bildungskontexten eingesetzt. Sie ist geräteunabhängig, kooperativ, prozessbegleitend, orts- und zeitunabhängig sowie vollständig browserbasiert.

      Das System kann auf eigenen IT-Infrastrukturen betrieben und bei Bedarf individuell angepasst werden. Durch ihr modulares Design und flexible Konfigurationsmöglichkeiten lässt sich die FutureBOx in Struktur, Funktion und Design genau auf die Anforderungen des jeweiligen Bildungskontexts abstimmen. Als Open-Source-Software ist die FutureBOx kostenfrei und ohne zusätzliche Lizenzgebühren nutzbar. Für die Installation genügt in der Regel ein handelsüblicher Webserver. Unterstützung bei Einrichtung, Inbetriebnahme und der Entwicklung passender Einsatzszenarien wird vom Institut für Technik und Bildung der Universität Bremen angeboten.

      FutureBOx

      Das Bild zeigt Screenshots der App Foxi. Die App ist kindgerecht und farbenfroh gestaltet.

      Das von FoxEducation entwickelte digitale Portfolio bietet Bildungseinrichtungen einen zentralen Überblick über den Lernfortschritt von Kindern. In enger Zusammenarbeit mit Schulen und Kindertagesstätten wurde die Anwendung so konzipiert, dass sie optimal auf die tatsächlichen Bedürfnisse des pädagogischen Alltags abgestimmt ist.

      Mit der begleitenden App Foxi wird Kindern ermöglicht, Lern- und Kreativprozesse selbstständig zu dokumentieren, auch ohne Lese- oder Schreibkenntnisse. Durch den Einsatz von universell verständlichen Piktogrammen können Fotos, Videos oder Audiodateien einfach erstellt und hochgeladen werden. Nach dem Einscannen eines von Pädagog:innen ausgegebenen QR-Codes wählen die Kinder die gewünschte Aufnahmeform, deren Freigabe anschließend durch die Lehrkraft erfolgt. Optional kann eine Sprachnachricht hinzugefügt werden, um die Aufnahme im Lernkontext zu kommentieren. Alle Inhalte werden DSGVO-konform im digitalen Portfolio gespeichert und stehen dort strukturiert zur Verfügung.

      Die Nutzung von Foxi ist nach einer kostenlosen Testphase lizenzpflichtig. Die Kosten variieren je nach Tarifmodell (BASIC, PLUS oder MAX) sowie nach Anzahl der Lernenden.

      Foxi

      Die Abbildung zeigt das Dashboard der Plattform Taskcards. Zu sehen ist eine digitale Pinnwand.

      TaskCards bietet eine digitale Umgebung zur Erstellung individueller Lern- und Entwicklungsportfolios. Als browserbasierte Pinnwand ermöglicht die Plattform das strukturierte Sammeln, Präsentieren und Reflektieren von Lernprozessen. Texte, Bilder, Videos und Dokumente können einfach eingebunden und in thematischen Karten organisiert werden, wodurch Lernfortschritte anschaulich dokumentiert und geteilt werden können.

      Die Nutzung ist in einer kostenlosen Basisversion möglich, die das Erstellen von bis zu zwei Pinnwänden erlaubt. Für umfangreichere Portfolio- oder Gruppenprojekte stehen kostenpflichtige Pro- und Unternehmenslizenzen zur Verfügung. Diese bieten zusätzlichen Speicherplatz, größere Upload-Möglichkeiten und erweiterte Funktionen. Alle Server befinden sich ausschließlich in Deutschland, wodurch Datenschutzstandards gewährleistet sind. Erfasst werden nur die für den Betrieb notwendigen Informationen konform zur DSGVO.

      TaskCards

      Darüber hinaus lassen sich bestehende Plattformen auch für die Portfolioarbeit nutzen, wie z.B. Moodle, ILIAS, iServ, Blackboard Learn, etc.

    •  Exkurs: Datenschutz

    • „Ahh, die Qual der Wahl! Jetzt muss ich echt mal überlegen, welches Tool am besten zu meinen Bedürfnissen passt – und natürlich auch, was es kostet. Zum Glück bieten ja viele eine kostenlose Version zum Ausprobieren an. Und beim Datenschutz scheint ja alles im grünen Bereich zu sein, das beruhigt mich! Mich würde ja total interessieren, ob digitale Portfolios eigentlich schon in der Praxis eingesetzt werden. Und gibt es die nur für Schülerinnen und Schüler?“
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    • Digitale Portfolios in der Schulpraxis

      Für den Einsatz von digitalen Portfolios in der Schule zeigen sich vorwiegend folgende Zielsetzungen:

      • Die Förderung der Individualisierung des Lernens von Schülerinnen und Schülern.
      • Die Förderung der Reflexionskompetenz von Schülerinnen und Schülern..
      • Die Förderung der Reflexionskompetenz von Lehrkräften für die eigene Professionalisierung (siehe Exkurs).

      Für Einsatz von digitalen Portfolios in der Schule kann es sinnvoll sein, sich an zentralen Merkmalen von Portfolioarbeit zu orientieren:

      • Das digitale Portfolio ist zu allererst ein persönliches Dokument. Es dient dem/der Ersteller/in zur Dokumentation und Reflexion des persönlichen Lernpfades (Prozess-Portfolio).
      • Das digitale Portfolio ist eine lebensbegleitende elektronische Sammlung, wobei alle persönlich relevanten Dinge gesammelt werden.
      • Das digitale Portfolio kann auch erstellte Arbeiten mit anderen Personen beinhalten, die entsprechend gekennzeichnet werden.
      • Das digitale Portfolio wird nicht weitergegeben, auch wenn es das Medium ermöglichen würde.
      • Zu bestimmten Zeitpunkten und auf eigenen Wunsch kann dritten Personen Einblick in ausgewählte Teile des persönlichen digitalen Portfolios gewährt werden.
      • Je nachdem, ob es sich um eine Dokumentation, eine Selbstreflexion, eine Bewerbung oder eine Prüfung handelt, werden die entsprechenden Teile des digitalen Portfolios dem Verwendungszweck angepasst (Ergebnis-Portfolio) (Diegel et al. 2023, S. 68).

      Digitale Portfolios schöpfen ihre Potentiale vor allem dann aus, wenn sie nahtlos in den Arbeits- und Unterrichtsalltag integriert sind. Dann fördern sie kontinuierliche Dokumentation, selbstständiges Lernen und bieten (sofern als Bewertungsinstrument) vorgesehen einen differenzierten Leistungsnachweis. Wichtig ist, dass die Lernenden stets die volle Datenhoheit behalten und selbst entscheiden, wer welche Inhalte sehen darf. Dies ist mit Blick auch auf lebenslanges Lernen bedeutsam.

      Lebenslanges Lernen stellt die Entwicklungsbedürfnisse und Ziele des Individuums in den Mittelpunkt (vgl. Chen 2009, S. 31). Es wird nicht nur in etablierte Bildungsinstitutionen gelernt, sondern es wird auch informelles und non-formales Lernen miteinbezogen. Umgebungen informellen Lernens sind die Lebenswelt, also privates Umfeld, Arbeitsplatz, Medien und viele weitere. Lernen findet überall statt. Ein (E-)Portfolio kann als ideale Sammelmappe fungieren, um diese Lernwege und die erworbenen Kompetenzen zu dokumentieren, zu reflektieren und zu kommunizieren.

    •  Exkurs: Beispiele für digitale Portfolios in der Hochschule

    • „Also ich muss sagen: Digitale Portfolios sind offenbar in der Bildungswelt angekommen. Und wenn man mal drüber nachdenkt, ist das gar nicht so überraschend. Schließlich wird unser Alltag immer digitaler: Wir kommunizieren online, wir lernen online, wir teilen Dinge online. Wenn sich unsere Welt so verändert, ist es doch naheliegend, dass Schule da irgendwie mitgeht, oder?“
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    • Digitale Portfolios in einer zunehmend digitalisierten Welt

      Um zu verstehen, warum digitale Portfolios in einer digital geprägten Lernkultur wichtig sind, lohnt sich ein Blick auf grundlegende Entwicklungen der Medienpädagogik und der Gesellschaft. 

    • Gesprächsimpulse mit Kolleginnen und Kollegen

      „In einer digitalen Welt entstehen ständig neue Ausdrucksformen. Wie können digitale Portfolios diese Vielfalt sinnvoll aufnehmen und unterstützen? Tauschen Sie sich gerne mit Ihren Kolleginnen und Kollegen in der Kaffeeküche aus.“
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    • „Puh, da steckt ganz schön viel drin! Aber ich glaube, ich habe das Wichtigste verstanden: Unsere Welt ist so digital geworden, dass wir ständig mit Medien lernen, kommunizieren und uns ausdrücken. Das prägt uns, egal, wie alt wir sind. Und genau deshalb brauchen Lernende heute digitale Wege, um selbstbewusst zu lernen und miteinander verbunden zu bleiben.“
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    • Checkliste für digitale Portfolioarbeit

      Hier finden Sie eine Checkliste für die digitale Portfolioarbeit.
      Einiges kommt Ihnen vermutlich bereits aus der Arbeit mit der papierbasierten Portfolioarbeit bekannt vor. Besonderheiten für die Arbeit mit einem digitalen Portfolio haben wir farblich hervorgehoben. 

    • „Die Checkliste habe ich mir direkt abgespeichert. Super praktisch! Für die Arbeit mit digitalen Portfolios fühle ich mich jetzt gut vorbereitet. Aber eine Frage habe ich doch noch: In letzter Zeit hört man ja überall etwas von KI – KI hier, KI da. Geht das eigentlich auch mit Portfolioarbeit zusammen? Kann ich Portfolios vielleicht sogar mit KI gestalten?“
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    • Bräuer, G. & Ziegelbauer, C. (2023). The Electronic Portfolio: Self-Regulation and Reflective Practice. In O. Kruse, C. Rapp, C. M. Anson, K. Benetos, E. Cotos, A. Devitt & A. Shibani (Eds.), Digital Writing Technologies in Higher Education (pp. 245–259). Springer International Publishing. https://doi.org/10.1007/978-3-031-36033-6_16

      Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH. (o. D.). Mit ePortfolios lernen sichtbar machen. Abgerufen am 22.11.2025, von https://bildung.digital/artikel/mit-eportfolios-lernen-sichtbar-machen

      Vogler-Lipp, S. & Schwarz, S. (2017). E-Portfolios, ‚eine Möglichkeit, viel für sich selbst zu lernen‘: Der Einsatz von E-Portfolios als Reflexionsinstrument am Beispiel der Viadrina PeerTutoring-Ausbildung. MedienPädagogik, 28, 93–107. https://doi.org/10.21240/mpaed/28/2017.03.02.X

    • Aufenanger, S. (2022). Mediensozialisation. In U. Sander, F. von Gross & K. Hugger (Hrsg.), Handbuch Medienpädagogik (S. 87–92). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-23578-9_8

      Baumgartner, P. (2012). Eine Taxonomie für E-Portfolios – Teil II des BMWF-Abschlussberichts „E-Portfolio an Hochschulen”: GZ 51.700/0064-VII/10/2006 [Forschungsbericht]. Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien, Donau-Universität Krems. https://portfolio.peter-baumgartner.net/files/pdf/2012/Baumgartner_2012_Eine%20Taxonomie%20fuer%20E-Portfolios.pdf

      Baumgartner, P., Ghoneim, A. & Wolf, B. (2016). E-Portfolioformate für lebenslanges Lernen – Potenziale und Nutzungsszenarien. In S. Ziegelbauer & M. Gläser-Zikuda (Hrsg.), Das Portfolio als Innovation in Schule, Hochschule und LehrerInnenbildung: Perspektiven aus Sicht von Praxis, Forschung und Lehre (S. 59–72). Klinkhardt.

      Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. (o. D.). Handreichung für den Datenschutz an Schulen. Abgerufen am 22.11.2025, von https://www.km.bayern.de/recht/datenschutz-an-schulen

      Biallas, B., Hofmann, H. S. & Füllgraebe, F. (2025). Von der Klausur zum Prozessportfolio als kompetenzorientierte Prüfungsform. die hochschullehre, 11(49), 650–660. https://doi.org/10.3278/HSL2549W

      Busse, A. & Bosse, D. (2020). Reflexive Kompetenzentwicklung mit ePortfolio im Professionalisierungsprozess angehender Lehrpersonen. In Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.), Profilbildung im Lehramtsstudium – Beiträge der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ zur individuellen Orientierung, curricularen Entwicklung und institutionellen Verankerung (S. 54–65). Druck- und Verlagshaus Zarbock.

      Busse, A., Bosse, D., Panow, M., Hartenbach, A. & Specht, J. von. (2022). Reflexive Kompetenzentwicklung – Vier Lernszenarien eines phasenübergreifenden ePortfolios. In J. Klusmeyer & D. Bosse (Hrsg.), Konzepte reflexiver Praxisstudien in der Lehrer*innenbildung (S. 249–272). Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-35483-1_9

      Catalyst.Net Limited. (o. D.). Mahara. Abgerufen am 22.11.2025, von https://mahara.org/

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      Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr (Datenschutz-Grundverordnung, DSGVO). https://dsgvo-gesetz.de

      Vogler-Lipp, S. & Schwarz, S. (2017). E-Portfolios, ‚eine Möglichkeit, viel für sich selbst zu lernen‘: Der Einsatz von E-Portfolios als Reflexionsinstrument am Beispiel der Viadrina PeerTutoring-Ausbildung. MedienPädagogik, 28, 93–107. https://doi.org/10.21240/mpaed/28/2017.03.02.X

    • Einführungssequenz

       

       

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Audio.

    • „KI-gestützte Portfolios – das klingt ja echt spannend! Aber ehrlich gesagt hab ich noch gar keine richtige Vorstellung davon, was das eigentlich bedeutet. Wie kann denn KI bei Portfolios überhaupt eingesetzt werden?“
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    • Wofür kann KI im Unterricht genutzt werden?

      KI-Technologien, die in KI-Portfolios eingebunden sind, können zur Analyse von Lernprodukten, der Generierung von Feedback, der Unterstützung von Reflexionsprozessen oder zur Visualisierung von Lernverläufen genutzt werden. Sie eröffnen hierdurch neue Möglichkeiten einer individuellen Lernprozessbegleitung.

    • Exkurs: Professionelle Nutzung und Entwicklung für Lehrkräfte

    • „Puh, das waren ganz schön viele neue Begriffe und spannende Infos! Da muss ich mir manches bestimmt später nochmal in Ruhe anschauen. Aber so einen ersten Überblick hab ich jetzt und ich glaube, ich hab verstanden, dass KI mir echt viel Arbeit abnehmen kann. Trotzdem frage ich mich: Wenn KI so viel unterstützt, braucht es mich als Lehrkraft dann überhaupt noch? Kann die KI irgendwann den ganzen Unterricht übernehmen?“
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    • Warum KI-gestützte Portfolioarbeit Lehrkräfte nicht ersetzen kann

    • Selbsttest

    •  Exkurs: Podcast "KI-Podcast" 

    • „Irgendwie bin ich ja doch erleichtert, dass mein Lehrerberuf nicht einfach überflüssig wird! Ich merke, dass vieles von dem, was KI leisten kann, total davon abhängt, wie ich sie einsetze und welche didaktischen Entscheidungen ich dabei treffe. Aber wenn ich jetzt wirklich mal mit KI arbeiten möchte, dann muss ich der ja irgendwie sagen, was ich von ihr will, oder? Wie mache ich das denn eigentlich?“
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    • Prompting

      Prompting im KI-gestützten Portfolioeinsatz

      Beim Arbeiten mit KI-Tools in digitalen Portfolios, etwa beim Einholen von Feedback zu Reflexionstexten oder Lernfortschritten, spielt die Qualität der Prompts eine wichtige Rolle. Ein Prompt ist die Eingabeaufforderung an ein Sprachmodell, wie beispielsweise ChatGPT.
      Ein Prompt kann eine einfache Frage, eine detaillierte Anweisung oder ein komplexes Szenario umfassen, das dem KI-Modell Kontext, Zweck und Erwartungen vermittelt.
      Je klarer und strukturierter er formuliert ist, desto passender und hilfreicher fällt die Antwort der KI aus.

      Gutes Prompting bedeutet, der KI einen klaren Rahmen zu geben. Eine Orientierung kann die C.R.A.F.T.-Struktur bieten (Lang, 2025):

      • Context – Beschreibe den Hintergrund, z. B. Thema, Lerngruppe, Ziel der Aufgabe!
      • Role – Lege fest, in welcher Rolle die KI agieren soll!
      • Audience – Bestimme die Zielgruppe der Antwort!
      • Format – Gib das gewünschte Format vor!
      • Task – Formuliere präzise, was die KI tun soll

    • Exkurs: Checkliste "Do's und Don'ts beim Prompting"

      Sollten Sie sich in die Erstellung von guten Prompts vertiefen wollen, empfehlen wir folgendes Buchkapitel:
      Lang, F. (2025). Prompt Engineering: Gute Frage, gutes Ergebnis. In F. Lang (Hrsg.), Künstliche Intelligenz in Seminar- und Abschlussarbeiten (S. 27–57). Springer. https://doi.org/10.1007/978-3-662-71542-0_3

      Der Autor formuliert zudem eine ausführliche Liste auf mit Dos und Don’ts beim Prompten. 
      Wir haben die Inhalte etwas umformuliert und stellen sie als separate PDF hier zur Verfügung.

    • „So, das war jetzt die kurze und knackige Variante – super verständlich! Die ausführlicheren Tipps zum Prompten schaue ich mir später auch noch in Ruhe an. Aber jetzt will ich das Ganze echt mal ausprobieren. Machst du mit?“
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    • „Probieren Sie das Prompten jetzt selbst aus! Nutzen Sie einen KI-Chatbot Ihrer Wahl z.B. ChatGPT, Claude, Copilot oder DeepSeek und erstellen Sie einen Prompt, der die KI in der Rolle einer Lehrkraft Feedback zu einem Schülertext geben lässt. Experimentieren Sie gern mit verschiedenen Formulierungen und vergleichen Sie, wie sich die Antworten der KI verändern.“
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    • „Interessant – wenn ich im Prompt etwas verändere, kommt natürlich ein anderes Feedback raus. Auf jeden Fall spannend, was die KI alles zurückmeldet. Aber: Ich kann ja nicht mit meinen Schülerinnen und Schüler ständig nur ChatGPT oder ähnliche Tools arbeiten – das mit dem Datenschutz ist doch auch irgendwie problematisch, oder? Gibt’s denn schon Tools, die da besser passend sind?“
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    • Individuelle Feedbacks mit FelloFisch

      FelloFish ist eine von Hecht und Haverkamp entwickelte KI-gestützte App, die Lehrkräfte dabei unterstützt, individuelles Feedback zu Schülertexten zu geben. Über die Plattform lassen sich Aufgaben mit klar definierten Kriterien (z. B. zu Inhalt, Sprache oder Struktur) erstellen. Lernende erhalten nach dem Einreichen ihrer Texte automatisiert Rückmeldungen mit konkreten Verbesserungsvorschlägen. So können sie ihre Arbeiten gezielt überarbeiten, während Lehrkräfte gleichzeitig einen Überblick über die Lernstände ihrer Klassen behalten.

       Hier ist ein Screenshot der Plattform "FelloFish" abgebildet.

      Ziel der App ist es, den Feedbackprozess im Unterricht effizienter und gleichzeitig lernfördernder zu gestalten. FelloFish kann auch multimodal eingesetzt werden, sodass Aufgaben beispielsweise Bilder oder Diagramme einbeziehen können. Zudem ist FelloFish den DSGVO-konform.

      Kosten: FelloFish bietet eine kostenlose Basisversion mit eingeschränkten Funktionen sowie kostenpflichtige Lizenzen für Schulen und Bildungseinrichtungen an.

      Für wen ist FelloFish geeignet?

      • Für Lehrkräfte, die Schreib- und Textkompetenz fördern möchten, insbesondere bei großen Klassen oder wenn individuelles Feedback zeitlich schwierig ist.
      • Für Schulen, die digitale Tools zur Lern- und Leistungsbegleitung einsetzen wollen.
      • Für Lernende, die von gezielten Vorschlägen zur Überarbeitung ihrer Texte profitieren möchten.

      FelloFish

    • „Oh, das Tool klingt echt interessant! Vielleicht probiere ich das mal aus, wenn ich mich entscheide, ein KI-gestütztes Portfolio in meinem Unterricht einzusetzen. Insgesamt fühle ich mich jetzt echt sicherer mit dem Thema und richtig motiviert, einiges davon im Unterricht auszuprobieren. Ich fang einfach mal klein an!“
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    •  Exkurs: Ethische Überlegungen 

    • Mein Arbeitsportfolio – Teil 2 

      Sie können Ihr persönliches Arbeitsportfolio nun fortführen und es um die digitale Perspektive erweitern. Reflektieren Sie dabei, wie sich analoge und digitale Elemente der Portfolioarbeit sinnvoll verbinden lassen und welche Werkzeuge oder KI-gestützten Funktionen Sie in der Portfolioarbeit unterstützen können. Nehmen Sie sich hier ungefähr 10 Minuten Zeit. Sie können kurz, stichpunktartig oder nur zu ausgewählten Fragen antworten. Zur Erinnerung: Ihre Einträge bleiben privat und werden nicht gespeichert. Sie können sich im Anschluss Ihr Portfolio als Word-Dokument herunterladen. Nutzen Sie diese Phase, um Ihre eigenen Ideen zu schärfen und erste Umsetzungsideen für Ihren Unterricht zu entwickeln.

      Speichern Sie die Datei nun ab.

    • Hein, L., Högemann, M., Illgen, K.-M., Stattkus, D., Kochon, E., Reibold, M.-G., Eckle, J., Seiwert, L., Beinke, J. H., Knopf, J. & Thomas, O. (2024). ChatGPT als Unterstützung von Lehrkräften – Einordnung, Analyse und Anwendungsbeispiele. HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik, 61, 449–470. https://doi.org/10.1365/s40702-024-01052-9

      Neumann, K., Kuhn, J. & Drachsler, H. (2024). Generative Künstliche Intelligenz in Unterricht und Unterrichtsforschung – Chancen und Herausforderungen. Unterrichtswissenschaft, 52(2), 227–237. https://doi.org/10.1007/s42010-024-00212-6

      Peters, R. & Bovenschulte, M. (2020). Learning Analytics – Potenzial von KI-Systemen für Lehrende und Lernende: Themenkurzprofil Nr. 42 [Bericht]. Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB). https://www.bundestag.de/resource/blob/845926/d5a0554dd04097c1288776f10fc85e00/Themenkurzprofil-042-data.pdf

      Scheiter, K., Bauer, E., Omarchevska, Y., Schumacher, C. & Sailer, M. (Hrsg.). (2025). Künstliche Intelligenz in der Schule – Eine Handreichung zum Stand in Wissenschaft und Praxis [Bericht]. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). https://www.empirische-bildungsforschung-bmbfsfj.de/img/KI_Review.pdf

    • Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen. (o. D.). KI@ALP – Informationsportal zur Künstlichen Intelligenz. Abgerufen am 10.12.2025, von https://ki.alp.dillingen.de/

      Blume, B. (2025, 13. August). KI und Bildung: Sind wir blind für die großen Fragen? Deutsches Schulportal. https://deutsches-schulportal.de/kolumnen/ki-und-bildung-sind-wir-blind-fuer-die-grossen-fragen/

      Eleven Labs Inc. (2025). Generierte Audioaufnahme [Audiodatei]. ElevenLabs, Version V3. Abgerufen am 10.12.2025, von https://elevenlabs.io

      Europäische Kommission, Generaldirektion Bildung, Jugend, Sport und Kultur. (2022). Ethische Leitlinien für Lehrkräfte über die Nutzung von KI und Daten für Lehr- und Lernzwecke. Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union. https://data.europa.eu/doi/10.2766/494

      Falck, J. (2025, 14. März). KI-Kompetenzmodell für Schulen – KI-Kompetenzen: Diese Fähigkeiten brauchen Lehrkräfte und Schüler. Deutsches Schulportal. https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/ki-kompetenzen-diese-faehigkeiten-brauchen-lehrkraefte-und-schueler/

      Falck, J. (2024, 24. Januar). Lernförderliches Feedback mit Künstlicher Intelligenz – Tipps und Tools für den Unterricht. Unterrichten.digital. https://unterrichten.digital/2024/01/24/feedback-mit-kunstlicher-intelligenz-ki/

      FelloFish GmbH. (o. D.). FelloFish – Feedback für Lehrkräfte & Schüler:innen. Abgerufen am 10.12.2025, von https://www.fellofish.com/

      Fütterer, T., Feder, L. & Cramer, C. (2023). Ein neues Instrument zur Erfassung der Einstellungen zu Portfolioarbeit in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung (EPP-L). Unterrichtswissenschaft, 51(1), 361–393. https://doi.org/10.1007/s42010-022-00161-y

      Gattupalli, S., Maloy, R. & Edwards, S. (2023). Prompt Literacy: A Pivotal Educational Skill in the Age of AI [Technical report]. College of Education Working Papers and Reports Series, 6. Department of Teacher Education and Curriculum Studies, College of Education, University of Massachusetts Amherst. https://doi.org/10.7275/3498-wx48

      Haverkamp, H. (2024, 18. Oktober). KI und Schule – Wie sich Prüfungsaufgaben jetzt verändern müssen. Deutsches Schulportal. https://deutsches-schulportal.de/expertenstimmen/ki-und-schule-wie-sich-pruefungsaufgaben-jetzt-veraendern-muessen/

      Haverkamp, H. & Wisniewski, B. (Moderatoren). (2025–Gegenwart). Kompass KI [Audio-Podcast]. podcast.de. https://www.podcast.de/podcast/3619048/kompass-ki

      Kultusministerkonferenz. (2024). Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen: Themenspezifische Handlungsempfehlung (Beschluss der Bildungsministerkonferenz vom 10.10.2024). https://www.kmk.org/fileadmin/veroeffentlichungen_beschluesse/2024/2024_10_10-Handlungsempfehlung-KI.pdf

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      Mankarios, A. (2025, 28. Mai). Wie das Feedback der KI beim Lernen helfen kann. Deutsches Schulportal. https://deutsches-schulportal.de/unterricht/wie-das-feedback-der-ki-beim-lernen-helfen-kann/

      Martin, A. & Pengel, N. (2024). Die kreative Nutzung von KI zur Personalisierung des Lernens an Hochschulen. Ludwigsburger Beiträge zur Medienpädagogik, 24, 1–11. https://doi.org/10.21240/lbzm/24/03

      Ministerium für Schule und Bildung NRW (2024, 15. August). Einsatzmöglichkeiten von KI beim formativen Feedback [Schule NRW 07/08-24]. Bildungsportal NRW. https://www.schulministerium.nrw/einsatzmoeglichkeiten-von-ki-beim-formativen-feedback

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      Scheiter, K., Bauer, E., Omarchevska, Y., Schumacher, C. & Sailer, M. (Hrsg.). (2025). Künstliche Intelligenz in der Schule – Eine Handreichung zum Stand in Wissenschaft und Praxis [Bericht]. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). https://www.empirische-bildungsforschung-bmbfsfj.de/img/KI_Review.pdf

    • Nun sind Sie im letzten Teil des Kurses angekommen – herzlichen Glückwunsch! 

      Blicken wir gemeinsam zurück: In den Modulen 2a und 2b haben Sie zentrale Grundlagen der Portfolioarbeit kennengelernt. In den weiteren Modulen 3 und 4 konnten Sie praxisnah erproben, wie sich digitale und KI-gestützte Portfolios im Unterricht und für die eigene Professionalisierung einsetzen lassen. Sie haben erfahren, wie unterschiedliche Portfoliotypen und Tools Lernprozesse strukturieren, individualisieren und diagnostisch unterstützen können. Ergänzt wurde dies durch kompakte Inputs, praxisorientierte Übungen und Checklisten, die Sie beim eigenen Lernen begleitet haben.

    • Selbsteinschätzung

      Vielleicht erinnern Sie sich noch daran, dass wir Sie zu Beginn des Kurses gebeten hatten, Ihre Ausgangskompetenzen einzuschätzen. Nun – nach Abschluss dieses Kurses – laden wir Sie ein, Ihre Entwicklung noch einmal bewusst wahrzunehmen Ihre Kompetenzen noch einmal zu bewerten. Geben Sie auf den folgenden Schiebereglern an, wie sicher Sie sich nun im Themengebiet fühlen (0 = keine Kompetenz, 10 = sehr hohe Kompetenz).
      Die Einschätzung Ihres Kursbegleiters Paddy Portfolio finden Sie dabei nachfolgend mit einem Klick auf „Einschätzung von Paddy".

      Wie hoch schätzen Sie Ihre aktuelle Kompetenz in der Planung und Umsetzung von Portfolioarbeit ein?

      5

      Wie routiniert sind Sie im Umgang mit digitalen oder KI-gestützten Tools?

      5

      Wie gut gelingt es Ihnen aktuell, Lernprozesse Ihrer Schülerinnen und Schüler systematisch zu dokumentieren?

      5

      Wie gut gelingt es Ihnen aktuell, Ihr eigenes berufliches Handeln zu reflektieren?

      5

      Wie Sie sehen, hat Paddy durch den Besuch des Kurses tatsächlich einiges an Kompetenzen hinzugewonnen. Wie sieht es denn bei Ihnen aus? Vergleichen Sie Ihre Einschätzung mit Ihren Angaben zu Kursbeginn

    • Mein Arbeitsportfolio – Teil 3 

      Zum Abschluss des Kurses möchten wir Sie einladen, eine letzte Standortbestimmung vorzunehmen und Ihren Lernfortschritt bewusst zu reflektieren. Dabei geht es darum, festzuhalten, was Sie aus dem Kurs mitnehmen und wie Sie Portfolioarbeit künftig in Ihrem Unterricht oder Ihrer Professionalisierung weiterverfolgen möchten. Planen Sie für diese Reflexion ca. 10 Minuten ein. Sie können wieder kurz, stichpunktartig oder nur zu den für Sie relevanten Fragen Antworten. Wählen Sie diejenigen Aspekte aus, die für Ihre eigene Weiterentwicklung bedeutsam sind. Auch hier bleiben Ihre Einträge privat und werden nicht gespeichert. Sie können die Fragen direkt hier im Kursfenster bearbeiten am Ende eine Word-Datei herunterladen.

      Speichern Sie die Datei nun ab.

      Herzlichen Glückwunsch – Sie haben Ihr persönliches Lernportfolio erfolgreich vervollständigt! Aus Ihren Reflexionen, den Portfolio-Dokumenten, den Zusammenfassungen und den Praxisleitfäden ist im Laufe des Kurses ein ganz eigenes Nachschlagewerk entstanden – Ihr individueller Begleiter für die zukünftige Arbeit mit Portfolios.

    • Kurzzusammenfassung

      In der Schulpädagogik wird das Portfolio als eine zielgerichtete Sammlung von Arbeiten der Lernenden verstanden, die den Aufwand, die Entwicklung und die Ergebnisse der Lernenden sichtbar macht. Dazu gehört die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler bei der Auswahl der Inhalte, der Kriterien und der Selbstreflexion. Die Vorteile von Portfolioarbeit zeigen sich bspw. in den Bereichen Unterrichtsgestaltung, Leistungsdiagnostik und Schulentwicklung.

      Im Unterricht liegen die zentralen Elemente der Portfolioarbeit in der Dokumentation und der Kommunikation über die individuelle Lernentwicklung sowie in den Ergebnissen des Lernprozesses der Schülerinnen und Schüler. Portfolioarbeit stärkt schülerorientierte, selbstgesteuerte Lernkultur und fördert Fähigkeiten wie die Planung, Durchführung und Kontrolle des eigenen Lernens. Als Instrument zur Förderung der Reflexion des Lernprozesses braucht es Lernumgebungen, die individuelles Lernen unterstützen.

      Bei der Erstellung von Portfolios spielen Entscheidung zu Zweck, Inhalt und Verantwortlichkeiten eine zentrale Rolle. Je nach Schwerpunkt können verschiedene Portfoliotypen entstehen, bspw. Arbeits-, Entwicklungs-, Vorzeige-, Beurteilungs- oder Bewerbungsportfolios. Der Adressatenkreis des Portfolios wird vorab festgelegt, etwa Mitschülerinnen und Mitschüler, Lehrkräfte oder Eltern. Portfoliogespräche bieten zusätzlich Raum, Lernwege und Ergebnisse gemeinsam zu besprechen. 

      Der typische Ablauf der Portfolioarbeit umfasst die Schritte: Kontext definieren, Sammeln, Auswählen, Reflektieren, Vorausschauen und Präsentieren. Ziel ist es, Lernprozesse sichtbar zu machen, individuelle Lernentwicklung zu fördern und Lernprodukte angemessen zu präsentieren.

      Die Qualitätsoffensive Lehrkräftebildung betont das hohe Innovationspotential der (E-) Portfolioarbeit. Portfolios unterstützen eine neue Lernkultur, eröffnen Möglichkeiten der alternativen Leistungsbeurteilung, macht informale und non-formale Lernprozesse transparent und stärkt reflexives Schreiben. Zudem ermöglicht Portfolioarbeit eine Verzahnung von Theorie und Praxis und begleitet Lehrkräfte über ihre gesamte Berufsbiografie hinweg beim lebenslangen Lernen. Durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen professionellem Handeln entsteht Raum für kontinuierliche Weiterentwicklung. Ein zentrales Element ist die Reflexion, welche in Spannung mit der Leistungsbeurteilung steht. Deshalb ist es sinnvoll, beide Funktionen voneinander zu trennen.

      Als Best-Practice-Beispiel wurde das Tübinger Lehrkräfte Portfolio vorgestellt. Die Grundidee besteht in der Vernetzung der einzelnen Ausbildungsbestandteile in der Lehrkräftebildung. Ziel ist es, die Reflexion einzelner Ausbildungsabschnitte mithilfe von Portfolioarbeit in die Lehrkräftebildung zu integrieren. Auf Grundlage professionstheoretischer Ansätze werden Theorie und Praxis über verschiedene Reflexionsfelder miteinander verbunden. Die Struktur des Portfolios wird an folgenden Ausbildungsbestandteilen realisiert: Universität, Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, Ausbildungsschulen, Selbststudium

      Ein weiteres Best-Practice Beispiel ist das Professional Development Portfolio. Es dient der Identifizierung von Entwicklungspotenzialen, dabei werden entsprechende Entwicklungsziele festgehalten, um Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen aus- und weiterzubilden. Der Fokus liegt bei der Reflexion des eigenen Entwicklungsprozesses, dabei steht der Selbstbezug im Vordergrund. Somit soll die Entwicklung selbstregulativer Fähigkeiten im beruflichen Alltag von Lehrkräfte gefördert werden. Die Struktur des Portfolios ist prozessual und erfolgt in drei Phasen: Planungsphase, Handlungsphase und Selbstreflexionsphase.

      Digitale Portfolios ergänzen papierbasierte Portfolios sinnvoll, weil Lernen heute zunehmend digital geprägt ist. Schülerinnen und Schüler arbeiten häufiger selbstständig, nutzen verschiedene Medienformen und profitieren von flexiblen Lernumgebungen. Digitale Portfolios ermöglichen genau das: Sie bieten Raum für vielseitige Lernprodukte, unterstützen Reflexion und erleichtern den Austausch mit Lehrkräften und Peers. Gleichzeitig fördern sie Medienkompetenz und können Lernende über längere Zeiträume begleiten. Dabei gilt es allerdings auch Herausforderungen im Blick zu behalten. Digitale Portfolios können dazu verleiten, sich eher „perfekt“ zu präsentieren als ehrlich zu reflektieren, sie bergen ein gewisses Kontrollpotenzial und es besteht die Gefahr, dass technische Aspekte zu sehr in den Vordergrund rücken.

      Für die praktische Umsetzung stehen zahlreiche Tools zur Verfügung – etwa Mahara, Metapholio, FutureBOx, Foxi oder TaskCards sowie klassische Lernplattformen wie Moodle oder ILIAS. Entscheidend ist, nur datenschutzkonforme Angebote zu nutzen und transparent mit Daten umzugehen. In der Schule dienen digitale Portfolios vor allem der Individualisierung von Lernprozessen und der Förderung von Reflexionskompetenzen. Sie bleiben persönliche Dokumente, deren Inhalte Lernende selbst steuern und nur gezielt freigeben.

      In einer zunehmend digitalen Welt gewinnen digitale Portfolios zusätzlich an Bedeutung. Sie greifen neue Ausdrucks-, Kommunikations- und Lernformen auf und ermöglichen Lernenden, ihre Entwicklung in digitalen Kontexten sichtbar zu machen. Gleichzeitig stärken sie Teilhabe und Fairness, da alle Lernenden ihre individuellen Stärken darstellen können, unabhängig von ihrem Hintergrund. Damit sind digitale Portfolios mehr als digitale Sammelmappen: Sie sind ein Werkzeug für selbstbestimmtes, reflektiertes und zeitgemäßes Lernen.

      KI kann im Unterricht vielfältig unterstützen, indem sie Texte analysiert, automatisches Feedback gibt, Lernstände sichtbar macht oder Lernwege individuell anpasst. So bekommen Lernende schneller und gezielter Rückmeldungen, können ihre Arbeiten leichter überarbeiten und ihren Fortschritt besser nachvollziehen. Adaptive Aufgaben und kontinuierliche Hinweise stärken die Motivation, weil Lernprozesse sichtbarer und individueller werden. Auch Lehrkräfte profitieren: KI kann bei Korrekturen, Materialentwicklung, Diagnostik oder Unterrichtsreflexion entlasten und schafft Raum für die pädagogisch wichtigen Aufgaben. Fortbildungsangebote wie z.B. die ByLKI geben Lehrkräften zudem die Möglichkeit, KI-Tools sicher und datenschutzkonform zu erproben.

      Trotz dieser Unterstützung bleibt die Lehrkraft unverzichtbar. Sie trifft die didaktischen Entscheidungen, strukturiert Aufgaben, achtet auf Kompetenzorientierung und sorgt dafür, dass der Lernprozess wichtiger bleibt als das KI-generierte Ergebnis. Lehrkräfte begleiten die Reflexion, helfen beim Einordnen von KI-generiertem Feedback und unterstützen Lernende darin, Vorschläge kritisch zu prüfen. Auch bei Leistungsbewertung und Prüfungskultur bleibt der pädagogische Blick entscheidend, da KI weder die individuellen Denkprozesse noch die Fairnessanforderungen vollständig erfassen kann.

      Damit KI sinnvoll genutzt werden kann, braucht es gutes Prompting. Die C.R.A.F.T.-Struktur (Context, Role, Audience, Format, Task) hilft dabei, die KI gezielt anzuleiten, z.B. wenn Feedback zu Reflexionstexten generiert werden soll. Für den Unterricht gibt es außerdem erste spezialisierte Tools wie FelloFish, das automatisiertes, DSGVO-konformes Feedback zu Schülertexten ermöglicht. Ethisch gilt: KI darf pädagogische Entscheidungen unterstützen, aber nicht ersetzen und muss transparent, sowie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Datenschutz und Fairness bleiben immer in der Verantwortung der Lehrkraft.

    • Teilnahmezertifikat Datei

      Selbsttests und Teilnahmebescheinigung

      Im Laufe des Kurses haben Sie mehrere interaktive Übungen kennengelernt. Der Fortschrittsbalken am rechten Bildrand zeigt Ihnen, welche Aufgaben Sie noch nicht abgeschlossen haben. Zur Erinnerung: Sie können die Quizze und Selbsttests beliebig oft wiederholen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Bearbeitung!

      Sobald Sie alle Selbsttests (entspricht 75% der Aufgaben) erledigt haben, können Sie Ihre Teilnahmebescheinigung herunterladen, indem Sie über diesem Text auf „Teilnahmezertifikat" klicken.

    • Verabschiedung

      Nun wollen Paddy und wir uns von Ihnen verabschieden! Wir hoffen, dass Ihnen der Kurs gefallen hat und Sie viele neue Anregungen und Ideen für den Einsatz von Portfolioarbeit gewinnen konnten – sei es für Ihren Unterricht oder für Ihre eigene professionelle Weiterentwicklung.

      Zum Abschluss möchten wir Ihnen noch ein paar inspirierende Gedanken mit auf den Weg geben, die auch wunderbar zur Portfolioarbeit passen:

      Verschiedene Zitate zu Portfolioarbeit.

      Hier finden Sie den barrierefreien Text zu der Abbildung.

      Diese Zitate zeigen: Lernen bedeutet, Erfahrungen zu sammeln, zu reflektieren und daraus Neues zu gestalten – genau das ist der Kern der Portfolioarbeit. Gleichzeitig erweitern digitale Entwicklungen unsere Möglichkeiten und regen dazu an, sich bewusst mit Lernen und Professionalität auseinanderzusetzen.

      Wir wünschen Ihnen für Ihre zukünftigen Lern- und Lehrprojekte weiterhin viel Freude, Erfolg und inspirierende Momente.

    • Beteiligte

      Die Erstellung des Kurses im Rahmen des Kompetenzverbundes lernen:digital wurde aus Mitteln der Europäischen Union finanziert und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Das Fortbildungsangebot entstand in Rahmen folgender Teilprojekte:

      DiSo-SGW (Digitale Souveränität als Ziel wegweisender Lehrkräftebildung für Sprachen, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften in der digitalen Welt) und 

      DiäS (Digital-ästhetische Souveränität von Lehrkräften als Basis kultureller, künstlerischer, musikalischer, poetischer und sportlicher Bildung in der digitalen Welt).

                 

                         

      Erstellt von dem Lehrstuhl Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt empirische Unterrichtsentwicklung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg:
      Prof. Dr. Michaela Gläser-Zikuda, Johanna Greger, Franziska Hierl, Lea Plößl, Meike Wagner, Markus Zaiat

      Lizenzen:
      Dieser Kurs ist unter der CC BY-Lizenz lizensiert. Sie dürfen beliebige Kursinhalte also unter Nennung der Autorinnen und Autoren weiterverwenden und verändern, auch in Ihrer Fortbildung.

      Zitationsempfehlung:
      Gläser-Zikuda, M., Greger, J., Hierl, F., Plößl, L., Wagner, M. & Zaiat, M.  (2025). Selbstlernkurs „Lernwege mit Portfolioarbeit begleiten – analog, digital oder KI-gestützt“. Onlinekurs für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Fortbildende in der Lehrkräftebildung. Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

    • AZQuotes. (o. D.). John Dewey Zitate. Abgerufen am 17.11.2025, von https://www.azquotes.com/quote/497608

      Geo.de. (o. D.). Albert Einstein: Seine schönsten Zitate. Abgerufen am 17.11.2025, von https://www.geo.de/geolino/mensch/19221-rtkl-sprueche-albert-einstein-seine-schoensten-zitate

      Murmann Magazin. (2019, Juni). Digitalisierung: Zitate zum Umgang mit dem Digitalen. Abgerufen am 17.11.2025, von https://murmann-magazin.de/innovation/2019/06/digitalisierung-zitate-zum-umgang-mit-dem-digitalen/

      Sammlernet. (o. D.). Zitate. Abgerufen am 17.11.2025, von https://www.sammlernet.de/zitate.htm

      Volland, N. (2021). Diese 7 KI-Zitate haben mir mehr beigebracht. LinkedIn. Abgerufen am 17.11.2025, von https://de.linkedin.com/posts/niklas-volland_diese-7-ki-zitate-haben-mir-mehr-beigebracht-activity-7334805930691198976-EJfJ